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Biography

Für Tom Angelripper ist seine Thrash Metal-Band Sodom das perfekte Vehikel, um unverblümt Stellung zu beziehen. Wie kaum ein anderer Musiker dieser Szene verkörpert er neben Bodenständigkeit und Ehrlichkeit vor allem eine gesund-kritische Haltung gegenüber politischen Autoritäten und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Finanzwelt. Auch auf dem neuesten Album In War And Pieces stellen Sodom die schlimmsten Auswüchse von Macht ins Zentrum ihrer Aussagen: Arroganz, Habgier, Profilierungssucht, Fanatismus, Korruption, Feigheit und Unterdrückung. Tom: „Ich habe immer schon darüber geschrieben, was in der Welt so abgeht, wie viel Unrecht und Fehler überall passieren. Ich weiß, dass man politisch damit nichts ändern kann, aber ich möchte zumindest Stellung beziehen und ein Bewusstsein für Missstände wecken. Als Sänger einer Metal-Band habe ich nun einmal die Möglichkeit, meine Wut öffentlich rauszuschreien.“

Genau diese kompromisslose Haltung erkennt man auch musikalisch in den elf Songs des neuesten Albums, das dynamischer und rabiater kaum klingen könnte. Einen großen Anteil an diesem – wie Tom es nennt – „fetten, brutalen und offenen Sound“ hat Produzent Waldemar Sorychta (Grip Inc., Enemy Of The Sun), der durch Sachverstand und großes Engagement In War And Pieces zu seiner markerschütternden Energie verholfen hat. Mit Hilfe Sorychtas schaffen Angelripper (Gesang, Bass), Bernemann (Gitarre) und Bobby Schottkowski (Schlagzeug) den Spagat, ihrer Musik neue Impulse zu geben ohne die lange Tradition der Gruppe zu verwässern. „Waldemar ist ja selbst ein hervorragender Musiker und hat insbesondere beim Gitarrensound tolle Arbeit geleistet“, erklärt Tom, „er weiß genau, wie man das absolute Optimum aus einem Verstärker herausholt.“

Ähnlich rabiat wie die Produktion stellt sich auf In War And Pieces auch das abwechslungsreiche Songwriting dar, eine Art Parforceritt durch die gesamte Thrash Metal-Historie, mit schroffen Arrangements, melodischen Soli und wutschnaubenden Gesangsattacken. „Ich finde, dass wir moderner und strukturierter als zuletzt klingen“, analysiert Tom, „gleichzeitig gibt es natürlich auch Querverweise an Scheiben wie Persecution Mania oder Agent Orange. Sodom waren nach Venom die erste böse Band der Welt, und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Tom spricht beispielsweise vom eindrucksvollen Titeltrack, von ´Nothing Counts More Than Blood` mit seiner ultratiefen Gitarrenstimmung oder vom deutschen Track ´Knarrenheinz`, der ganz in der Tradition von Klassikern wie ´Bombenhagel` oder auch ´Ausgebombt` steht. „Der Knarrenheinz ist ja das Maskottchen vom Cover, deshalb dachte ich mir, dass er einen eigenen Text verdient hat“, grinst Tom. Apropos Cover: Das Artwork stammt diesmal von Eliran Kantor, der mit seinen Arbeiten für Testament, GWAR oder auch Mekong Delta einen glänzenden Ruf in der Szene genießt.

Die wichtigsten Parameter einer rundum gelungenen Veröffentlichung sind also geschaffen. Das Album wird in drei Editionen veröffentlicht: als Jewel Case, als Digipack mit einer zusätzlichen CD ´Live In Wacken 2007` sowie als Doppel-LP inklusive des Bonustracks ´Murder One` (Tom: „Meine persönliche Motörhead-Tribute-Nummer mit einer Menge Zitate von Lemmy“). Und ab Frühjahr 2011 soll es dann erneut auf große Tournee gehen. „Man merkt, dass die Fans heiß auf ein neues Sodom-Album sind“, erklärt der Bandboss, „nach mehr als vier Jahren wird es ja auch wirklich dringend Zeit!“

Sodoms erste Gehversuche reichen bis ins Jahr 1982 zurück. Die frühen Demotapes, die erste bei Steamhammer veröffentlichte EP In The Sign Of Evil, das ´86er Debütalbum Obsessed By Cruelty: Sodom lehrten der Welt gleich von Beginn an das Fürchten. Zwei Jahre und ein Album später tourte die Band bereits mit Größen wie Whiplash durch Europa und zeichnete dabei im Düsseldorfer ´Tor 3` die Live-Scheibe Mortal Way Of Life auf. Mit Agent Orange gelang den Ruhrpottlern anschließend ein Meilenstein des Genres. Sodom tourten in aller Welt, bereisten mehrfach ganz Europa und stationierten auch erfolgreich in Japan und Südamerika. Werke wie Better Off Dead (1990) oder Tapping The Vein (1992) manifestierten den Erfolg der Band, die Dank Tom Angelripper trotz einiger personeller Umbesetzungen ihren charakteristischen Grundsound stets beibehielt. Auch in den Neunzigern verloren Sodom mit Werken wie Masquerade In Blood oder ´Til Death Do Us Unite niemals ihre Authentizität, wahrten ihre Bodenhaftung und den Blick für die eigene Herkunft. Mit dem 99er Exponat Code Red, dessen Titel sich auf den berühmt-berüchtigten Bestrafungscode bei den Marines bezieht, zeigte sich das Trio Angelripper/Bernemann/Schottkowski politisch engagiert wie eh und je. Diese Tradition wurde 2001 mit einem Trip nach Fernost, sprich: zwei Konzerten in Bangkok und einer „Schulungsreise“ nach Saigon sowie dem brisanten Thema ihres Albums M 16 konsequent fortgeführt. Anschließend stürzten sich Sodom in die Vorbereitungen zur ersten DVD Lords Of Depravity Part I (die Fortsetzung erschien vor wenigen Monaten), legten anschließend mit Sodom (2006) ein weiteres neues Studiowerk nach und klingen auf In War And Pieces kompromisslos und facettenreich wie eh und je.

 

Line-Up:

  • Tom Angelripper: Vocals / Bass
  • Bernemann: Guitar
  • Markus "Makka" Freiwald: Drums

Contact:

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Discography:

  • Epitome Of Torture

    Epitome Of Torture
    [2013]

  • In War And Pieces

    In War And Pieces
    [2010]

  • The Final Sign of Evil

    The Final Sign of Evil
    [2007]

  • Sodom

    Sodom
    [2006]

  • M-16

    M-16
    [2001]

  • Code Red

    Code Red
    [1999]

  • Til Death Do Us Unite

    Til Death Do Us Unite
    [1997]

  • Masquerade in Blood

    Masquerade in Blood
    [1995]

  • Get What You Deserve

    Get What You Deserve
    [1994]

  • Tapping the Vein

    Tapping the Vein
    [1992]

  • Better Off Dead

    Better Off Dead
    [1990]

  • Agent Orange

    Agent Orange
    [1989]

  • Persecution Mania

    Persecution Mania
    [1987]

  • Obsessed by Cruelty

    Obsessed by Cruelty
    [1986]